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Denkmal zur Erinnerung an die Oberurseler Opfer des Nationalso­zia­lis­mus

 

Die Idee

Den Opfern ein Gesicht geben, ihre Namen nennen und sie aus der Anonymität holen – das ist der Sinn eines Denkmals zur Erinnerung an die Oberurseler Opfer der Verfolgung durch den Nationalsozialismus. Den Anstoß hierzu gab Ernst Röder, Sohn einer in Auschwitz ermordeten Oberurselerin. Er wünschte sich in seiner Heimatstadt einen Ort der Erinnerung an seine Mutter.

Ernst Röder († Sept. 2007), dessen Mut­ter in Auschwitz ermordet wurde, im Mai 2006 bei der öffentlichen Vorstellung des Modells für das Denkmal im Foyer des Oberurseler Rathauses.

Bild: Eberhard Laeuen

Die Eltern von Ernst Röder vor dem Haus in der Siemensstraße in Oberursel

 

Der Wettbewerb

Die Arbeitsgemeinschaft „Nie wieder 1933“, ein 1981 gegründetes partei- und organisationsübergreifendes Ober­urseler Bündnis, griff den Gedanken auf und veranstaltete einen öf­fentlichen Ideenwettbewerb für ein Opferdenkmal als Ort des Erinnerns und des Ermahnens. Als Standort wurde der Platz neben der Hospitalkirche in der Altstadt gewählt.

Der Standort des Denkmals

Aus 50 Einsendungen wählte eine Jury, bestehend aus Vertretern der Nachbarschaft um den Standort, der Jugend, der Kultur, der lokalen Geschichtsforschung, der Stadtverwaltung Oberursel, der Arbeitsgemeinschaft „Nie wieder 1933“ und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hochtaunus, den Entwurf von Juliane Nikolai, einer damals 17-jährigen Schülerin am Gymnasium Oberursel, aus. Die Oberurseler Steinbildhauermei­sterin Christine Jasmin Niederndorfer setzte die ausgewählte Skizze in ein Modell um.

Original Entwurf von Juliane Nikolai, 2005
Der Original-Entwurf von Juliane Nikolai wurde 2006 in Zusammenarbeit mit der Bildhauerin Christine Jasmin Niederdorfer überarbeitet.

Erklärung zum Entwurf

linke Seite: Menschen, nicht verfolgte Bürger, die geordnet und in Ruhe sind

rechte Seite: Menschenmenge, Opfer des Nationalsozialismus, ungeordnet, durcheinander, hilfesuchend, angstvoll

Mittelteil: Verbindung, die die Menschen zusammen hält (aus Stein Kraft, undurchtrennbar)

Glasscheibe (oder aus Plexiglas): stellt den Nationalsozialismus dar, versucht die Verbindung zu durchtrennen, schafft es aber nicht.

Die Menschen gehen in den Mittelteil über. Sie sind nur angedeutet (Arm, Auge, Mund, Tuch, Hut), so dass es ein bisschen abstrakter ist (nicht zu genau die Personen darstellen)

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Juliane Nikolai (li) und Christine J. Niederndorfer (re) präsentieren im Februar2006 der Arbeitsgemeinschaft „Nie wieder 1933“ das Modell des Denkmals

Bild: Inge Laeuen

 

 

Das Denkmal

Eine senkrecht aus der Mitte eines Steinblocks (aus bayerischem Jurakalk) aufragende durchsichtige Scheibe trennt zwei Figurengruppen. Diese stehen sich gegenüber und repräsentieren einerseits die Mehrheitsgesellschaft, andererseits die Verfolgten.

Die Scheibe wird mit den Namen der Opfer, ihren Geburts- und Sterbedaten und dem Ort, so weit bekannt, beschriftet.

Der Betrachter wird angeregt, das Denkmal zu umschreiten und sich in beide Positionen (Opfer und Ausgrenzende) zu vertiefen.

 

Ein Projekt von Bürgern

Die Realisierung des Projekts beruht ausschließlich auf der privaten Initiative engagierter Bürger. Bürgermeister Hans-Georg Brum bei der Aufstellung der zweiten Figur: „Es handelt sich um eine Initiative aus der Bürgerschaft, aus der die Idee kam und von der die finanziellen Impulse kommen, um das Denkmal zu realisieren“.

 

Die Finanzierung

Bis zur Fertigstellung des Denkmals mit insgesamt 10 Figuren und der Einbringung der Glasplatte mit den Namen der Opfer ist es noch ein weiter Weg.

Die Arbeitsgemeinschaft „Nie wieder 1933“ setzt auf private Sponsoren und bemüht sich in Veranstaltungen verschiedenster Art um Spenden zur Errichtung des Denkmals.

Es wurde entschieden, das Projekt schrittweise zu verwirklichen. Die Stadtverwaltung unterstützte das Unternehmen, indem sie für das Denkmal ein Spendenkonto einrichtet. Ein Verein „Initiative Opferdenkmal e. V.“ hat sich konstituiert.

 

Der Beginn

Mitte 2007 konnte der Auftrag für die erste Baustufe vergeben werden.

Am 10. Dezember 2007 wurde in einer Feierstunde in der Hospitalkirche der erste Teil des Denkmals, Mittelteil und erste Figur, eingeweiht.

Dezember 2007: der erste Teilabschnitt des Denkmals mit Mittelblock und einer Figur

Bild: Inge Laeuen

Im März 2009 folgte, dank einer Großspende, die zweite Figur.

Versetzung der zweiten Figur, gestiftet von der Oberurseler Wohnungsgenossen­schaft

Bild: Eberhard Laeuen

Initiative Opferdenkmal e. V.

Der aus der Arbeitsgemeinschaft „Nie wieder 1933“ hervorgegangene Verein „Initiative Opferdenkmal e. V.“ verfolgt gemäß seiner Satzung das Ziel, „ …in eigener Regie durch Auftragsvergabe in der Stadt Oberursel (Taunus) ein Denkmal für die Oberurseler, die durch Ver­fol­gungs­maßnamen der national- sozialistischen Gewaltherrschaft zu Tode kamen, errichten zu lassen“. Er hat sich zudem zur Aufgabe gemacht, das politische Umfeld und die Schicksale der Opfer zu erforschen und zu dokumentieren.

 

Spendenaufruf

Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige kulturelle Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung und ist als solcher anerkannt. Er bittet, das Projekt zu unterstützen. Sein Spendenkonto lautet:

Initiative Opferdenkmal e. V.
Raiffeisenbank Oberursel eG,
Kto-Nr. 69230,
BLZ: 50061741
IBAN: DE93500617410000069230
BIC: GENODE51OBU

Stand: 11.01.2010

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Viele Schritte bis zum Denkmal

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